Am vergangenen Wochenende ging für Luca Stolz ein großer Traum in Erfüllung. So wurde dem 22-jährigen Brachbacher die Ehre zu Teil, erstmalig das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans bestreiten zu dürfen. Für das Team Keating Motorsport ging er auf einem Ferrari 488 GTE an den Start und sicherte sich gleich bei seiner Premiere einen Platz auf dem Podium.

„Insgeheim träumt glaube ich so ziemlich jeder Rennfahrer davon, einmal bei den 24 Stunden von Le Mans an den Start gehen zu können. Es ist fantastisch, dass mir diese Chance schon zu diesem frühen Zeitpunkt in meiner Karriere eröffnet wurde und mir vom Team das Vertrauen geschenkt worden ist. Ich habe hier wirklich jeden Moment genossen und freue mich sehr über das tolle Ergebnis. Das gesamte Team hat einen fantastischen Job gemacht. Vielen Dank an alle, die zu diesem großartigen Erfolg beigetragen haben“, so Stolz nach dem Zieleinlauf.

Gemeinsam mit Jeroen Bleekemolen und Gentleman-Fahrer Ben Keating teilte sich der Brachbacher das Steuer eines Ferrari 488 GTE von Risi Competizione, der unter der Nennung von Keating Motorsport eingesetzt wurde. Dabei ließ sich die Mannschaft rund um Luca Stolz auch von einem schwierigen Qualifying nicht aus der Ruhe bringen.

„Wir haben leider auf unseren schnellen Runden kein Glück mit dem Verkehr gehabt. Daher war der elfte Startplatz in unserer GT-AM Klasse das Maximum für uns. Trotzdem wussten wir, dass im Rennen noch alles möglich ist. Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans schreibt bekanntlich immer wieder seine eigenen Gesetze“, so Stolz.

Ein nahezu fehlerfreies Rennen mit starken Rundenzeiten sollte den Weg zu einer famosen Aufholjagd ebnen. „Wir sind gut ins Rennen gestartet. Leider hatten wir dann einen kleinen Zwischenfall, als Jeroen in seinem zweiten Stint in einen High-Speed Dreher gezwungen wurde. Unsere Reifen wurden hierbei etwas in Mitleidenschaft gezogen, sodass wir einen zusätzlichen Stopp einlegen mussten. Wir haben dabei rund 1:30 Minute auf die Konkurrenz verloren. Danach lief aber durch die Bank alles perfekt und wir konnten uns Stück für Stück nach vorne arbeiten.“

Nach Ablauf der Hatz zweimal rund um die Uhr überquerte der Ferrari 488 GTE schließlich auf der dritten Position in der GT-AM Klasse die Ziellinie. Somit konnte sich Luca Stolz gleich bei seiner Premiere in Le Mans über einen Podiumsplatz freuen. Mit etwas mehr Glück in der Endphase des Rennens wäre dabei sogar noch mehr für ihn möglich gewesen. „Der zweite Platz war für uns durchaus in Reichweite. Leider standen wir jedoch nach einem kleinen Zwischenfall kurzzeitig im Kiesbett und haben dadurch die Position kampflos wieder hergeben müssen. Schade, aber trotzdem überwiegt am Ende natürlich die Freude über das Podium“, so der 22-Jährige, der auch abseits der Rennstrecke viele Eindrücke sammeln konnte.

„Die Atmosphäre ist wirklich einzigartig. Was wir insbesondere bei der Fahrerparade erleben durften, war wirklich sagenhaft. Ich habe noch nie so viele Fans bei der einer Motorsportveranstaltung gesehen, wie an diesem Wochenende. Das Zuschauerinteresse ist unheimlich hoch und zeigt, welchen Stellenwert dieses Rennen hat. Insgesamt wirkt es größer als alle anderen Rennen, die ich bisher in meinem Leben gefahren bin.“

Foto: Jan Beckers